SLR.History

1952

300 SL (W 194)

Im März 1952 stellte Daimler-Benz den 300 SL (W 194) Rennsportwagen vor. Knapp zwei Monate später erzielte der neue Silberpfeil bereits einen zweiten Platz bei der Mille Miglia, dem Siege beim Preis von Bern und in Le Mans folgten. Im August feierte das Rennteam einen Vierfachsieg mit dem 300 SL auf dem Nürburgring.

Weitere drei Monate später gewann Karl Kling auf einem 300 SL die abenteuerliche „Carrera Panamericana“. Das Auto, der Fahrer und das Rennen gingen in die Geschichte des Automobilsports ein. Genau so wie der Seriennachfolger: Der berühmte Flügeltürer 300 SL (W 198).

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Flügeltüren

Weitere drei Monate später gewann Karl Kling auf einem 300 SL die abenteuerliche „Carrera Panamericana“. Das Auto, der Fahrer und das Rennen gingen in die Geschichte des Automobilsports ein. Genau so wie der Seriennachfolger: Der berühmte Flügeltürer 300 SL (W 198).

Schließlich blieb nur der Einstieg über das Dach – und die Flügeltüren oder „Gullwings“, wie die Amerikaner sagen, wurden geboren. Bis heute kann man sich dem Charme der Konstruktion schwer entziehen. Auch die späteren Mercedes-Benz Prototypen C 111 und C 112, sowie der Mercedes-Benz SLR und der aktuelle Mercedes-Benz SLS AMG greifen dieses Thema wieder auf.

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Die 24 h von Le Mans

Das Rennen in Le Mans im Juni 1952 war nach der Mille Miglia und dem Preis von Bern die dritte Bewährungsprobe für den neu entwickelten 300 SL. Das Mercedes-Benz-Team reiste mit drei Wagen an, und verunsicherte die Konkurrenz zunächst zutiefst mit einem neuartigen Detail: auf dem Dach einer der Rennkarossen war ein aufstellbarer Flügel angebracht, der als eine Art „Luftbremse“ diente. Obwohl man die kühne Konstruktion im eigentlichen Rennen gar nicht einsetzte, hinterließ man doch bleibenden Eindruck in der Psyche der Konkurrenten.

Die drei Teams am Start hießen Theo Helfrich & Helmut Niedermayr, Hermann Lang & Fritz Rieß und Karl Kling & Hans Klenk. Am Ende eines ungeheuer packenden und wechselhaften Rennens siegt das Duo Hermann Lang und Fritz Rieß mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 155,575 km/h – ein neuer Rekord in der Geschichte der 24 Stunden von Le Mans.

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Nürburgring

Das einzige Rennen, das das Mercedes-Benz Team im Jahre 1952 in Deutschland bestritt, war das Rennen auf dem 1927 eröffneten Nürburgring. Nur knapp zwei Wochen nach dem Sieg in Le Mans drehen Kling, Lang, Helfrich und Rieß schon wieder erste Proberunden auf der Eifelstrecke. Karl Kling setzt dabei in seiner vierten Trainingsrunde neue Maßstäbe: in nur 10,34 Minuten umrundet er den 22,8 km langen Parcours. Doch auffällig ist noch ein anderer Umstand: in der Mercedes-Benz Rennsportabteilung hatte man den vier 300 SL (W 194) Coupés die Dächer abgeschnitten!

Die so entstandenen Roadster ließen einen besseren Blick auf die kurvenreiche Strecke des Nürburgrings zu, und verschafften den Fahrern so mehr Sicherheit. Das Ergebnis des „Großen Jubiläumpreises“: 1. Lang, 2. Kling, 3. Rieß und 4. Helfrich. Die Silberpfeile siegten auf ganzer Linie.

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Carrera Panamericana

Per Direktionsanweisung Nr. 4150 brach die Rennsportabteilung von Daimler-Benz 1952 zu einem abenteuerlichen Unterfangen auf: der Teilnahme an der Carrera Panamericana in Mexico. Am 4. Oktober verschiffte man vier 300 SL, zwei Coupés und zwei Roadster samt einem ganzen Stab von Technikern nach Veracruz. Rennleiter Neubauer wählte Hermann Lang und Eugen Geiger, sowie Karl Kling und Hans Klenk. Aus Amerika stößt John Fitch als Fahrer hinzu, begleitet vom Schwaben Erwin Grupp.

Das harte Fünf-Tage-Rennen über Wüstenpisten in sengender Hitze steckte voller Überraschungen, unter anderem kommt es hier zur Kollision zwischen Klings Wagen und einem Geier. Doch trotz aller Widrigkeiten gewinnt sein Team vor dem Duo Lang / Geiger die Panamericana. Kling wird Nationalheld – und für Mercedes-Benz beginnt mit diesem Sieg eine neue Ära des Motorsports.

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Karl Kling

Ein skurriler Unfall im Jahr 1952 wird wohl bis in alle Ewigkeit mit seinem Namen verknüpft sein: Bei der Carrera Panamericana, dem schnellsten Straßenrennen der Welt, fliegt Karl Kling bei voller Fahrt ein Geier in die Windschutzscheibe. Kling meistert die Situation bravourös. Am nächsten Tag starten er und sein Beifahrer Klenk mit dünnen Metallstäben vor der Scheibe und gewinnen die Hetzjagd über Wüstenpisten und durch mexikanische Dörfer schließlich. Ein Rennerfolg, der Kling im Deutschland nach dem Krieg zum Nationalhelden macht.

Kanzler Adenauer meint in einer Ansprache im Palais Schaumburg: „Dieser Sieg öffnet uns die Tür zum Export“. Kling hatte lange auf seinen Triumph warten müssen: er war bereits 42 Jahre alt. 1954 / 55 fuhr der Giessener noch 11 erfolgreiche Rennen für Mercedes-Benz, bevor er 1956 als Nachfolger des legendären Alfred Neubauer die Renn- und Rallye-Einsätze koordinierte.

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Alfred Neubauer

„Während des Rennens ist ein Rennfahrer der einsamste Mensch der Welt“, meinte Rennleiter Alfred Neubauer. Und er tat sein Bestes, um diesen Missstand zu beseitigen. Stets sah man ihn mit Flaggen und Signaltafeln an der Mercedes-Benz Box hantieren, um seinen Fahrern einen Informationsvorsprung zu sichern. Sein Einfallsreichtum hat eine Legende begründet: als die W 25-Rennwagen beim Eifelrennen 1934 die 750 kg-Grenze des Reglements übertrafen, ließ Neubauer den weißen Autolack mit Sandpapier abschleifen.

Der Silberpfeil war geboren. Der Motorsport-Enthusiast (geboren 1891) war eine der treibenden Kräfte beim Wiederaufbau der Rennabteilung nach 1945. Er führte das Mercedes-Benz Team durch die siegreiche Zeit von 1952-1955.

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Die Desmodromische Ventilsteuerung

In der Straßenbahn ereilte den Mercedes-Benz Ingenieur Hans Gassmann 1952 die Idee, und er kritzelte sie schnell auf einen Briefumschlag. Die „desmodromische Ventilsteuerung“. Rudolf Uhlenhaut und sein Team entwickelten gerade den Nachfolger des W 194, und beobachteten, dass bei höchsten Drehzahlen die Ventilstößel der Grand-Prix-Motoren von der Nockenlaufbahn abhoben.

Gassmanns Entwurf sah einfach zwei Nocken pro Ventil vor. Einer öffnete das Ventil wie gewöhnlich – aber ein zweiter schloss es über einen Kipphebel wieder. Beim neu gebauten W 196 R und der Drei-Liter-Version 300 SLR kam die Technik zum Einsatz.

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Die Eingelenk-Pendelachse

Rudolf Uhlenhaut entwickelte diese neue Form der Hinterachse, um der Fahrdynamik immer leistungsstärkerer Wagen wie dem W 194 Rechnung zu tragen. Die Eingelenk-Pendelachse besaß nur noch einen gemeinsamen, tiefergelegten Drehpunkt für beide Achshälften, was die Änderungen von Spur und Sturz während der Fahrt verringerte.

Zum ersten Mal erprobt wurde das patentierte System im W 194 011 – dem 300 SL Transaxle. Die Achse blieb bis 1967 die Standard-Konstruktion im gesamten Mercedes-Benz Programm.

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1953

Rudolf Uhlenhaut

1936 wurde Rudolf Uhlenhaut zum technischen Leiter der Mercedes-Benz Rennabteilung berufen. Der weltmännisch gebildete junge Mann entpuppte sich im Rennwagencockpit als Naturtalent: „Ich hatte von Rennwagen keine Ahnung“, meinte er später, „ich habe den Rennwagen fahren gelernt“. Mit einschlagendem Erfolg: Das Jahr 1937 wurde prompt das erfolgreichste in der bisherigen Renngeschichte von Mercedes-Benz. Uhlenhaut war der einzige Konstrukteur, der eigenhändig Boliden im Grand-Prix-Tempo über die Bahn jagen konnte. Gerne wird erzählt, wie er 1954 um den Nürburgring raste, um „das Mittagessen besser zu verteilen“.

Er unterbot die Bestzeit des Werksfahrers Juan Manuel Fangio um 3,5 Sekunden. Doch seine charmante Automobilbegeisterung war gepaart mit höchster Ingenieurskunst. Sowohl der 300 SL aus dem Jahre 1952 – der erste Flügeltürer – als auch die späteren Rennwagen W 196 R (1954 / 55) und 300 SLR (1955) errangen für Daimler-Benz Sieg um Sieg. Der Visionär wird von Automobilfans aber auch für seine Studien verehrt: den 300 SL „Hobel“, das legendäre „300 SLR Uhlenhaut Coupé“, und den Wankelmotor-Sportwagen C 111.

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300 SL Transaxle

Er blieb ein Einzelgänger: Für die Rennsaison 1953 entwickelte der Versuchsleiter der Pkw-Entwicklung, Rudolf Uhlenhaut, mit dem 300 SL Transaxle einen würdigen Nachfolger des W 194. Seine Chassisnummer lautete W 194 011. Fans nennen ihn liebevoll „Hobel“. Mit der Entscheidung, 1954 in die Formel 1 einzusteigen, wurden die Vorbereitungen für die Saison 1953 eingestellt, und der „Hobel“ blieb ein Einzelstück.

Beim Transaxle setzte Mercedes-Benz zum ersten Mal bahnbrechende Neuerungen wie die Benzindirekteinspritzung und Uhlenhaut’s patentierte „Pendelachse mit tiefgelegtem Drehpunkt“ ein. Der Wagen 011 wird damit zum Vorläufer des späteren 300 SL Coupé.

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Benzindirekteinspritzung

In den dreißiger Jahren beginnen die Mercedes-Benz Ingenieure Hans Scherenberg und Fritz Nallinger, zusammen mit der Firma Bosch, Einspritzsysteme für Flugzeugmotoren zu bauen. Und werden zu absoluten Kapazitäten des Gebiets: Zeitweilig nehmen sie an einem Tag gleich zwei Patentschriften mit nach Hause. Ende der vierziger Jahre beschließt Daimler-Benz, die Benzineinspritzung für ein Serienfahrzeug zu entwickeln. Dr. Hans Scherenberg, ab Anfang 1952 Pkw-Konstruktionschef, macht das Vorhaben zu seiner wichtigsten Aufgabe.

Gemeinsam mit den Spezialisten von Bosch und den Werks-Ingenieuren Rudolf Uhlenhaut und Karl-Heinz Göschel hat man im Dezember 1952 schließlich Erfolg: der 3-Liter-Motor mit Direkteinspritzung erreicht 214 PS. Ausgiebig erprobt wird er im 300 SL Transaxle-Versuchswagen, und in Serie geht er 1954 im legendären „Gullwing“-Coupé.

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1954

300 SL Coupé

Der 1954 auf der Motor Show in New York vorgestellte 300 SL Coupé (W 198) – eine Serienweiterentwicklung des erfolgreichen Rennsportwagens von 1952 – war nicht nur bei seinem Erscheinen ein Traum für Automobilfans, Motorsportjournalisten wählten den 300 SL Coupé zum „Automobil des Jahrhunderts“. In einer Stückzahl von nur 1.400 Fahrzeugen hergestellt, 215 PS stark, als erster Serienwagen mit Viertaktmotor mit einer Benzineinspritzung versehen, und mit den charakteristischen Flügeltüren ausgestattet, zählt der „Gullwing“ bis heute zu den begehrtesten und kostspieligsten Sportwagen-Oldtimern überhaupt. 

Wesentlichen Anteil am Erfolg des 300 SL trug der US-Generalimporteur von Mercedes-Benz Max Hoffman. Er unterstützte die Entscheidung für den Bau des 300 SL nach Kräften, und stellte in seinen exklusiven Showrooms in New York und Los Angeles den Wagen einer ausgesuchten Klientel vor.

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W 196 R

Schon bei seinem ersten Auftritt in Reims 1954 fahren Juan Manuel Fangio und Karl Kling einen Doppelsieg für Mercedes-Benz ein: Die Techniker um Prof. Fritz Nallinger hatten einen völlig neuartigen Reihenachtzylinder mit 2,5 Litern Hubraum entwickelt, der mit einer desmodromischen Zwangsventilsteuerung ausgestattet war. 

Der Bolide mit der Werksnummer W 196 R wird in verschiedenen Versionen gebaut:  einige der „neuen Silberpfeile“ sind mit einer futuristisch anmutenden Stromlinienkarosserie versehen, einige haben freistehende Räder. Der Fahrerstar Fangio fährt im W 196 zur Formel-1-Weltmeisterschaft der Jahre 1954 und 1955.

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Juan Manuel Fangio

Es gibt wohl nur wenige Rennfahrer, die ihrer Marke so treu verbunden sind, wie Juan Manuel Fangio es war. Selbst abseits der Rennpiste schwor er auf die Wagen mit dem Stern, oder wie er sagte: „ Nichts geht über Sicherheit“. Der Argentinier wurde für die Rennsaison 1954 von Rennleiter Neubauer von Maserati abgeworben. Der gewitzte Neubauer hatte Fangio nach dessen Panne im privaten Alfa Romeo auf dem Nürburgring 1953 schnell Ersatzteile besorgt.

Von Mercedes natürlich. Fangio war überzeugt. Er wurde 1954 und 1955 im Mercedes-Benz W 196 R Weltmeister. Sein Einsatz, mit dem er die Silberpfeile auch unter widrigsten Bedingungen ins Ziel lenkte, war legendär. Die Rennfahrerlegende blieb auch später dem Stern treu: als Präsident von Mercedes-Benz Argentina mit eigener Mercedes-Benz Vertretung.

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1955

300 SLR (W 196 S)

Für die Sportwagen-Weltmeisterschaft, die in ihrem Reglement größere Hubräume zuließ, entstand auf Basis des W 196 R der Mercedes-Benz 300 SLR (intern W 196 S), dessen Motor auf drei Liter Hubraum erweitert war. Der 300 PS starke Wagen - Namensgeber des neuen SLR - ist ebenso Legende, wie der Sieg von Stirling Moss und Denis Jenkinson bei der Mille Miglia 1955.

Moss gewann das 1597-Kilometer-Rennen quer durch Italien mit einem Durchschnitt von 157,65 km/h - schneller als alle anderen vor und nach ihm. Die Fachpresse spricht einmütig von "der hohen Schule der Automobilbaukunst". Der SLR und seine Fahrer belegen bei allen Rennen uneinholbar die Spitzenplätze. Am Ende der Saison ist Mercedes-Benz Sportwagen-Weltmeister.

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300 SLR Coupé

Auf Basis des 1955 entwickelten 3-Liter-Boliden W 196 S entstanden auch zwei Exemplare mit geschlossener Karosserie. Rudolf Uhlenhaut wollte "seine" Rennfahrer vor allem bei Langstreckenrennen wie der „Mille Miglia“ besser vor Wind und Wetter schützen. Mit ihren Flügeltüren erinnert die Karosserie zumindest äußerlich an den 300 SL. Der in Fan-Kreisen als „Uhlenhaut-Coupé“ bekannte Gran Tourismo wird von Auto-Afficionados weltweit verehrt.

Nachdem Daimler-Benz den Ausstieg aus dem Rennsport mit Ende der Saison 1955 beschlossen hatte, kam das straßentaugliche 300 PS starke Coupé nicht zum Renneinsatz. Uhlenhaut selbst nutzte eines der exklusiven Modelle übrigens täglich als Dienstwagen - vermutlich der schnellste seiner Art. Der heutige Mercedes-Benz SLR McLaren ist die Reminiszenz an das legendäre Uhlenhaupt-Coupé - das 300 SLR Coupé.

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Striling Moss

Der Engländer Stirling Moss kam 1955 zu Daimler-Benz, um die Rennsaison im neuen 300 SLR zu fahren. Er ist ein leidenschaftlicher Rennfahrer. Schon als 16-jähriger kauft er sich einen Austin Seven und baut ihn zum Zweisitzer um. Als er beim Großen Preis von Argentinien 1955, wie viele andere Fahrer vor ihm, einen hitzebedingten Schwächeanfall erleidet, wird sein Wagen wieder ins Fahrerlager geschoben. Moss taumelt zurück zur Box.

Etwas später erleidet auch Hans Herrmann einen Zusammenbruch und sein Wagen wird darauf hin von Karl Kling übernommen. Gegen Ende des Rennens kommt Moss wieder zu sich, hetzt zurück zur Rennstrecke und löst für die letzten beiden Runden Kling wieder ab. Er wird Vierter, zusammen mit Herrmann und Kling. Graham Hill rühmt: „Ich halte Stirling Moss für den größten Fahrer überhaupt. Größer noch als Fangio.“

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Große Preis von Argentinien

Der 16. Januar 1955 war einer der heißesten Tage des Jahres in Buenos Aires. Die Temperaturen machten den Teams zu schaffen. Gute drei Stunden dauerte das Rennen über eine glühende Strecke von 375 Kilometern. Einzig der Argentinier Fangio schien der Hitze gewachsen, die reihenweise Fahrer der Ohnmacht näher brachte.

Er gewinnt vor Gonzales im Ferrari, und wird von seinen Landsleuten frenetisch gefeiert. Hans Herrmann, Karl Kling und Stirling Moss teilen sich Platz 4.

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Millie Miglia

Im Grand Prix Jahr 1955 war der 300 SLR in aller Munde: seine Robustheit übertraf alle Erwartungen, und seine Fahreigenschaften waren schlicht überzeugend. Großen Anteil an der Saison, die Mercedes-Benz so ruhmreich beendete, trug der junge Engländer Stirling Moss. An der Seite des britischen Journalisten Denis Jenkinson bewältigte er die Mille Miglia-Strecke von Brescia nach Rom und zurück in sensationellen 10 Stunden, 7 Minuten und 48 Sekunden.

Fahrer und Auto wurden nicht geschont - und der Rekord ist bis heute ungebrochen. Der Startzeit um 7 Uhr und 22 Minuten entsprechend erhielt das Fahrzeug die Nummer 722 – und wurde zur Legende. Der 300 SLR mit eben dieser Startnummer ist heute das wertvollste Automobil der Welt.

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Großer Preis von Belgien

Der belgische Grand Prix 1955 wurde am 5. Juni in Spa-Francorchamps ausgetragen. Mercedes-Benz reiste mit drei W 196 R an. Juan Manuel Fangio, das junge Talent Stirling Moss, und Altmeister Karl Kling gingen an den Start.

Es war eine klare Entscheidung: Fangio führte vor Moss von der ersten Minute das Feld an. Nach 36 Runden hatte sich an diesem Zustand nichts geändert: Doppelsieg für die Silberpfeile.

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Große Preis von England

Das Rennen um den Großen Preis von England 1955 in Aintree war das vorletzte Rennen einer Saison, die für Mercedes-Benz mit einem Triumph endete. Nach einem eher durchschnittlichen Start in die Rennsaison machte sich ab dem Rennen in Spa die deutliche Überlegenheit des für die Saison 1955 überarbeiteten Rennwagens W 196 R bemerkbar. 

Ein begeistertes Publikum sah am 16. Juli zu, wie vier Silberpfeile den Rest des Feldes geradezu deklassierten: Platz 1 für den Engländer Stirling Moss,  Platz 2 für den Argentinier Juan Manuel Fangio, Platz 3 für Karl Kling und Platz 4 für den Italiener Piero Taruffi. Alle fuhren im W 196, R. Juan Manuel Fangio wurde mit 41 Punkten Weltmeister des Jahres 1955, zweiter wurde Stirling Moss mit 23 Punkten.

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Tourist Trophy

Die Tourist Trophy auf dem Dundrod-Kurs in Nordirland war einer der Höhepunkte für Mercedes-Benz Fahrer Stirling Moss in der ohnehin fulminanten Rennsaison 1955. Er hatte Heimvorteil. Dass er mit seinem SLR und dem Beifahrer John Fitch mit einer ganzen Runde Vorsprung gewann, war folglich kaum erstaunlich.

Auch nicht für Juan Manuel Fangio und Karl Kling, die den zweiten Platz belegten. Der dritte Platz verblieb für Wolfgang von Trips und Andre Simon, ebenfalls auf 300 SLR.

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Targa Florio

In der vierten Runde der 72 Kilometer langen Bergstrecke in Sizilien stürzten Stirling Moss und sein 300 SLR eine Böschung hinunter und wurden von einem Felsbrocken gestoppt. Der Fahrer war unverletzt, doch der Mercedes-Benz sah mitgenommen aus. Ein Trugschluss - engagierte Zuschauer schoben den Rennwagen wieder auf die Strecke, und in der Box angekommen, konnte Moss von Collins abgelöst werden.

Das Duo Moss/Collins belegte erneut den ersten Platz, vor Fangio und Kling. John Fitch, ein weiterer Mercedes-Benz Fahrer kommentierte später verblüfft: „Dieses Sportgerät ist wie ein Panzer gebaut und dabei reaktionsschnell wie eine Dschungelkatze.“

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Rückzug von Mercedes-Benz aus dem Motorsport

In den vergangenen Jahren (1952-1954) haben die Renn- und Sportwagen von Mercedes-Benz ihre Leistungsfähigkeit immer wieder unter Beweis gestellt. Mercedes-Benz dominierte die illustren Wettbewerbe um die Großen Preise ebenso wie die harten Langstreckenrennen, die Tourenwagenmeisterschaft von Europa sowie die Sportwagenmeisterschaften in Italien und den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Jahr 1955 soll nun einen grandiosen Schlussstrich ziehen unter das Abenteuer Rennsport. Denn schon während die Rennen noch laufen, zeichnet sich ab, dass diese Saison das letzte Jahr der Silberpfeile sein wird und der Konzern plant, sich mit allen Teams aus dem Motorsport zurückzuziehen.

Irrtümlich wird häufig der verheerende Unfall in Le Mans 1955, als der 300 SLR von Pierre Levegh unverschuldet mit dem Austin Healey von Lance Macklin kollidierte und dabei über 80 Zuschauer getötet wurden, als Auslöser für den kompletten Rückzug bezeichnet. Die Entscheidung hatte der Vorstand aber bereits im Frühjahr getroffen, um sich verstärkt der Entwicklung neuer Personenwagen für die Marke Mercedes-Benz zu widmen. Mit dem Gewinn der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft 1955 wurde das Kapitel Motorsport für mehr als drei Jahrzehnte geschlossen.

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1999

Vision SLR

Mercedes-Benz brachte Technik und Design seiner erfolgreichen Silberpfeile in eine neue Form. Anlässlich der internationalen Auto-Show in Detroit präsentierte die Premium-Marke im neuen DaimlerChrysler Konzern die Studie eines Gran Turismo für das 21. Jahrhundert, die Stilelemente des aktuellen Formel-1-Silberpfeils und der SLR Sportwagen aus den Fünfziger Jahren zu einem neuen, faszinierenden Konzept vereinte. Ihr Name: Vision SLR. Dabei genügten die drei Buchstaben, um die Vision zu charakterisieren: SLR – „Sportlich, leicht, Rennsport“.

Diese Vision SLR stellte den Anfang eines gemeinsamen Projekts zwischen DaimlerChrysler und McLaren Cars Ltd dar. Nach der Aufsehen erregenden Studie gab der Vorstand der DaimlerChrysler AG im Juli 1999 grünes Licht für die Produktion dieses Sportwagens und die Vision eines Mercedes-Benz Supersportwagens wurde Realität. Aber schon damals mussten Interessenten eine Wartezeit von gut drei Jahren auf sich nehmen, bis Ende März 2004 die ersten "Silberpfeile des 21. Jahrhunderts" ausgeliefert wurden. So entstand gemeinsam mit dem Formel-1-Partner McLaren der SLR, der das Erbe, die Philosophie und das Styling von Mercedes-Benz reflektierte unter Verwendung der neusten State-of-the-Art-Produktionstechniken.

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Details der Version SLR

Am Formel-1-Rennwagen, mit dem Mika Häkkinen 1998 die Weltmeisterschaft gewann, orientierte sich die markante Frontpartie mit der pfeilförmigen Bugspitze und den typischen Doppelflügeln, deren formales Konzept sich an verschiedenen Stellen von Karosserie und Innenraum wiederholt. Diese Formel-1-Optik harmoniert mit den Doppelscheinwerfern des bekannten Vier-Augen-Designs, die sich bei der Vision SLR in neuer, ungewöhnlicher Interpretation zeigte.

Auf den stilistischen Ideen der legendären SL-Modelle aus den Fünfziger Jahren und ihren Rennsportvarianten SLR, mit denen Juan Manuel Fangio, Karl Klink oder Stirling Moss von Sieg zu Sieg fuhren, basierten die langgestreckte Motorhaube, die kraftvoll geschwungenen Kotflügel und die Flügeltüren der Vision SLR.

Im Innenraum der Studie dominierten die breite sanft gewölbte Mittelkonsole mit ihren runden Bedienelementen sowie die silberlackierten Flügelprofile vor Fahrer und Beifahrer. Sie ersetzten die herkömmliche Instrumententafel und symbolisierten zugleich die moderne Leichtbau-Konstruktion des Gran Turismo. 

Das Cockpit bestand aus zwei in Aluminium eingefassten Rundinstrumenten, die an hochwertige Chronometer erinnerten. Schalensitze aus Carbon (Kohlefaser), ein ovales Lenkrad und hochmoderne Informationstechnik wie das Cockpit Management and Data System (COMAND) zählten zu den weiteren technischen Besonderheiten des sportlichen Interieurs.

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2002–2005

Event No. 1: Monte Carlo

Die ersten SLR Kunden kamen 2002 zum “Event No. 01” in Monte Carlo während des Großen Preis von Monaco zusammen. Exklusiv wurde diesem kleinen Kreis die „Vision SLR“ vorgestellt.

Genau ein Jahr später, wieder in Monte Carlo während des Großen Preis von Monaco, wurde den Kunden bei einer exklusiven Sneak Preview die Version des SLR vom damaligen McLaren Mercedes Teamfahrer David Coulthard live präsentiert.

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Präsentation Mercedes-Benz SLR McLaren

Die Mercedes-Benz Präsentation auf der 60. Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) im September 2003 stand ganz im Zeichen eines Automobils, das in Design und Technologie Zeichen setzte und damit die Rolle von Mercedes-Benz als Schrittmacher und Innovationsführer unter den Pkw-Marken bekräftigte: der Hochleistungs-Sportwagen SLR McLaren.

Als eine faszinierende Synthese aus Mythos und Innovation präsentierte sich der neue Hochleistungs-Sportwagen SLR in Frankfurt/Main erstmals dem Publikum. Ein moderner „Flügeltürer“, der den Mythos der SLR Rennsportwagen aus den Fünfzigerjahren fortsetzt.

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Produktion in Woking

Seit Mai 2004 wurde der "Silberpfeil des 21. Jahrhunderts" in Woking bei London ausschließlich in Handarbeit gefertigt und ausgeliefert. Alle Arbeitsschritte folgten den Standards und Prozessen von Mercedes-Benz, die für die speziellen Anforderungen der Fertigung des SLR angepasst wurden. Die Produktion vereinigte dabei die Vorteile des Mercedes-Benz Produktionssystems mit der Expertise von McLaren im Bau von Supersportwagen. Währenddessen wurden erstmals Hightech-Materialien aus der Luftfahrt und der Formel 1 in der Automobil-Serienproduktion angewendet.

Vor dem Hintergrund der architektonischen Gestaltung des berühmten Architekten Sir Normen Foster bot das McLaren Technology Center nicht nur optimale Bedingungen für die Produktion des Supersportwagens, sondern konnte auch die hohen Erwartungen der exklusiven Kunden in wunderbarer Weise Rechnung tragen. Für Kunden war der Zugang zum Technology Center streng limitiert. Nur SLR Kunden erwartete im exklusivem Umfeld ein abwechslungsreiches Programm mit Blick hinter die ansonsten verschlossenen Türen der Formel-1-Entwicklung und eine spektakuläre Fahrzeugübergabe-Zeremonie.

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2006–2009

SLR.CLUB

Auf Initiative der internationalen SLR Kundschaft rief Mercedes-Benz den SLR.CLUB ins Leben und in Le Castellet in Südfrankreich feierten die Kunden im Juli 2006 den SLR.CLUB Launch. Jeder Besitzer eines SLR ist automatisch Mitglied im SLR.CLUB, der bis heute ca. 2.000 Mitglieder zählt. Seit der Gründung lebt der SLR.CLUB von der Verbundenheit und Leidenschaft für eines der faszinierendsten Automobile der Welt.

Und der Mythos SLR ist bis heute ungebrochen. Auch nach Produktionsende lebt der Geist des SLR in dieser exklusiven Vereinigung von Gentleman-Drivern weiter.

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Resümee – The Fabulous Five

In den Jahren 2006 – 2009 wurde der Erfolg um das SLR Coupé mit weiteren Baureihen und Edition komplettiert. Mit der neuen Modellvariante SLR 722 Edition erinnert Mercedes-Benz an den unvergesslichen Sieg beim italienischen Langstreckenklassiker Mille Miglia, den 1955 die britische Rennfahrerlegende Stirling Moss und sein Beifahrer Dennis Jenkinson auf dem Mercedes-Benz 300 SLR mit der Startnummer 722 errangen. Der Verkauf startete am 11. Juli 2006 und ließ nicht nur die Herzen der Autofans höher schlagen.

Mit dem Mercedes-Benz SLR Roadster wurde ab September 2007 eine eindrucksvolle Synthese aus Legende und Innovation, Spitzentechnik und Open-Air-Fahrspaß angeboten. Bereits 1999 als Vision vorgestellt, verbindet der SLR Roadster ideal die Qualitäten eines eleganten Coupés mit dem unvergleichlichen Freiheitsgefühl des Fahrens ohne Verdeck. Ab 2008 erschließt der neue Mercedes-Benz SLR Roadster 722 S eine weitere spektakuläre Dimension des Offenfahrens.

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Mit einer noch dynamischeren Fahrwerksabstimmung, einer weiter verbesserte Aerodynamik und mit einer sportlichen, hochwertigen Innenausstattung kann der, auf 150 Exemplare limitierte, SLR Roadster 722 S auch anspruchsvollste Automobil-Enthusiasten begeistern. Mit der Weltpremiere des neuen SLR Stirling Moss 2009 in Detroit krönte Mercedes-Benz die Modellfamilie. Ein High-Performance-Sportwagen mit modernste Technik und einem atemberaubende Design als legitimer Träger des Namens der britischen Motorsport-Legende und Mille Miglia Rekordhalter Stirling Moss, der die legendären Mercedes-Benz SLR Rennwagen 1955 von Sieg zu Sieg fuhr.

Der atemberaubende High-Speed-Racer ist mit einer Stückzahl von 75 limitiert und ist das letzte Kapitel in der modernen SLR Geschichte.

Fabulous Five – Fünf spannende Varianten der SLR Familie: zwei Coupés, zwei Roadster Versionen und schließlich den kompromisslosen puristischen SLR Stirling Moss.

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2015

Faszination der tausend Meilen

Die Milla Miglia 1955 – welch ein Triumph für Stirling Moss auf seinem Mercedes-Benz 300 SLR. Noch 60 Jahre später hat dieser Erfolg nichts von seiner Strahlkraft verloren. Mit gleich drei spektakulären Veranstaltungen huldigte Mercedes-Benz diesem besonderen Jubiläum. Gala – Touring – Tribute to Mille Miglia.

„Heroes of the Mille Miglia“: Unter diesem Motto wurden die 1950er Jahre und damit eine glanzvolle Rennsport-Ära lebendig. Mit Stirling Moss, Hans Herrmann, Mika Häkkinen, Jean Alesi, Bernd Schneider und Fahrzeug-Ikonen jener Jahre hielten die Helden der Fünfziger Jahre im Mercedes-Benz Museum Untertürkheim Einzug – und mit ihnen der faszinierende Spirit der glorreichen Epoche. Das monumentale Highlight am nächsten Morgen: 60 (!) in Formation geparkte SLR auf der Piazza – ein once-in-a-lifetime-Motiv, das unvergesslich bleiben wird.

Das Oldtimer-Aufgebot wurde d iesmal von drei legendären 300 SLR gekrönt: dem „722“, von Stirling Moss persönlich pilotiert, dem „658“ mit Hans Herrmann am Steuer und dem von Susie Wolff gefahrenen „654“ – eine historisch einmalige Konstellation, die alle begeisterte, die live dabei sein konnten. Italienische Momente und viel Automobil-Faszination bot die SLR. Mille Miglia-Tour, die die Teilnehmer mit Bilderbuchwetter, bester Stimmung, traumhaften Landschaftsimpressionen und ultimativem Fahrspaß verwöhnte.

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Parallel fand die „Mercedes-Benz Tribute to Mille Miglia“ dem legendären Straßenrennen statt. Als aktive Teilnehmer des Rennens führten die Fahrer aktueller Mercedes-Benz Modelle das Feld an. Brescia – Rom Brescia: Das stand für 1000 Meilen Emotionen, für maximalen Fahrspaß und ein begeistertes Publikum. Von hilfsbereiten Carabinieri eskortiert, teilten sie die anspruchsvolle Strecke, unvergessliche Momente sowie alle Prüfungen mit den Oldtimer-Piloten- – und lieferten sich untereinander einen ebenso ehrgeizig wie fair geführten Wettbewerb. Rennfeeling pur!

Drei einzigartige Veranstaltungen, drei Mal Mille-Spirit pur – mit diesem Programm der Superlative erhielt das 60-jährige Jubiläum eine faszinierende Hommage.

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